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Basilika der Abtei St-Maurice

 


Die Abtei St.Maurice im Kanton Wallis verfügt über einen der bedeutendsten Kirchenschätze weltweit. Besonders, was die filigranen Goldschmiedearbeiten angeht, ist die Sammlung von größter Bedeutung. Interessant sind aber ebenso die Geschichte der Basilika und die enge Bindung an Afrika. Wer würde schon vermuten, dass ein kleiner Ort in der Schweiz geschichtlich eng mit afrikanischen Christen verbunden ist.

Der umfangreiche Schatz der heute in der Schweiz zu bewundern ist, hat wenig glorreiche Wurzeln. Etwa im Jahre 285 n.Chr. lies Kaiser Maximus eine Legion aus Theben enthaupten, weil sie dem christlichen Glauben angehörten und sich davon auch nicht abbringen lassen wollten. Einhundert Jahre später, 380 n.Chr. waren bereits zahlreiche Reliquien dieser im grausamen Martyrium gestorbenen vorhanden.

 

 

 

Bischof Theodor von Octodurus aus Martigny trug sie zusammen und lies eine erste Kirche zu ihren Ehren errichten. In seligem Gedenken heißt der Platz heute noch immer Märtyrergrab. 515 wurde an dieser Stelle vom Hl. Sigismund eine Abtei gegründet. Wenige Jahre später errichtete der Abt Ambrosius eine neue Basilika, allerdings etwas südlich des eigentlichen Märtyrergrabes. Heute werden übrigens auch verdiente Christen aus Uganda und Kongo verehrt, die ihr Leben für den Glauben gaben.


1128 übernahmen die Mönche von St.Maurice die Ordensregeln des Heiligen Augustinus und wurden somit zu Augustinermönchen. Später kam auch ein Nonnenkloster hinzu.


Die Abtei hat auch ein sehr berühmtes Mitglied. Maurice Tornay absolvierte sein Studium in den 20er Jahren im Kloster von Saint-Maurice von wo aus er als Missionar nach Tibet aufbrach. Dort starb er als Märtyrer. Papst Johannes Paul II. erkannte seinen Leidensweg an und sprach ihn am 16. Mai 1993 selig.

Die Kirche selbst wurde über die Jahrhunderte vielfach umgebaut. Im 19. Jahrhundert war sie weitestgehend fertig gestellt und der Verfall gestoppt. Erst 1942 mussten wieder Bauarbeiter Hand anlegen, da ein verheerender Felssturz den Turm zum Einsturz brachte und einige Mauern einriss oder beschädigte.

Zwischen 1944 und 1949 gelang es in breit angelegten archäologischen Ausgrabungen die Überreste der frühmittelalterlichen Kirche zu lokalisieren und freizulegen. Dabei wurden zahlreiche Grabbeigaben, die zu Ehren der ermordeten Legionäre gespendet worden waren, entdeckt. Die verschiedenen Beigaben sind allesamt sehr wertvoll, hervorragend gearbeitet und waren sicherlich liebevoll ausgesucht worden.

 

Da gibt es eine goldene Kanne mit Bildern aus Emaille, die orientalische Szenen darstellen. Angeblich soll sie ein Geschenk von Karl dem Großen gewesen sein. Interessant ist das Sardonyxgefäss, das aus einem einzigen großen Onyx Edelstein gefertigt wurde. Untersuchungen haben jüngst ergeben, dass es etwa aus der Zeit der Römer stammt. Ursprünglich war es wohl ein Opfergefäß, wurde aber dann zur Aufbewahrung und Ausstellung von Reliquien verwendet. Gleichem Zweck diente das Kopfreliquiar des Heiligen Candidus. Die aufwändig gestaltete Gesichtsmaske aus Silber wurde um 1165 geschmiedet.


Die Sammlung umfasst auch kostbare Schreine, die den Kirchen auf dem Grab gestiftet wurden. Der prachtvolle Theoderich-Schrein vereint die Arbeiten der besten merowingischen Goldschmiedemeister, der Mauritius-Schrein ist aus Elementen verschiedener Herkunft und Epochen zusammengesetzt. Man geht davon aus, dass beide etwa im 12. oder 13. Jahrhundert entstanden sind.

 

 

 

Der Sigismund-Schrein wiederum hat Seltenheitswert schon dadurch, dass er auch Skulpturen des Heiligen Mauritius und des Hl. Sigismund darstellt. Außerdem zeigt er Christus nicht nur in der Passion am Kreuz, sondern auch als Erlöser.
Der Nantelmus-Schrein von 1225 ist durch seine mit Gold und Silber veredelten Kupferschmiedearbeiten besonders wertvoll. Auch er thematisiert das Martyrium des Heiligen Mauritius, allerdings zeigt er auf zahlreichen Ikonen auch die Kernthemen aus dem Leben Jesu wie Mariä Verkündigung, Jesu Geburt, sein Wirken und Schaffen sowie die Passion und die Kreuzigung.

Die Basilika liegt zwischen Martigny und Montreux. Um die Sammlung zu besichtigen empfiehlt es sich eine Führung vor Ort mitzumachen. Der Eintritt für Erwachsene beträgt etwa CHF 6. Achtung, Montag ist im Museumsbereich Ruhetag.

 

 

 

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