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Barockes Benediktinerkloster mit Schwarzer Madonna


Das Kloster Einsiedeln mit der Schwarzen Madonna

Die barocke Benediktinerabtei Einsiedeln ist eine der beeindruckendsten Klosteranlagen des Abendlandes. Einsiedeln ist eine Station des schweizerischen Jacobsweges nach Santiago des Compostela und selbst ein wichtiges Ziel für Pilger, denn in der barocken Gnadenkapelle steht die Schwarze Madonna, ein spätgotisches Gnadenbild, welches durch den Kerzenruß ein schwarzes Gesicht aufwies. Später wurde die Figur gereinigt, aber auf Drängen der frommen Bevölkerung wieder schwarz getüncht.


Bereits im Jahr 835 zogen sich erste Einsiedler an diesem über 800 m Höhe gelegenen Ort zurück, um Frieden zu finden und Gott zu suchen. Zu einem Kloster des Benediktinerordens wurden die Einsiedeleien 937 zusammengefasst. Das Kloster war im Mittelalter durch den enormen Landbesitz reich und mächtig, in Folge von kriegerischen Auseinandersetzungen wurde es jedoch mehrfach geplündert und verlor einen großen Teil der Güter. 1516 bis 1518 war der spätere schweizerische Reformator Ulrich Zwingli als Leutepriester in Einsiedeln beschäftigt.

 

 

 

Infolge der Reformation wurde das Kloster schließlich 1525 von dem letzten Mönch verlassen, aber wenig später wiederbelebt, indem nun auch Bürgerliche für den Mönchsstand zugelassen wurden. Im Mai 1798 zerstörten republikanische französische Truppen die Gnadenkapelle, die fliehenden Bewohner konnten jedoch das Gnadenbild retten. Das leere Stift wurde nun zum Staatseigentum erklärt, jedoch schon 1803 wieder an die Geistlichkeit zurück gegeben. Das Kloster Einsiedeln unterhält seit jeher ein humanistisches Gymnasium, welches noch heute besteht und mit der theologischen Hausschule den Bildungsauftrag des Klosters ausmacht.


Wirtschaftlich von Bedeutung sind vor allem die Pferdezucht, Weinanbau und Holzverarbeitung. Das Kloster geht in seiner heutigen Form auf den großen barocken Neubau der Jahre 1674-1735 zurück. Architekt der großartigen Anlage war Caspar Moosbrugger. Ab dem 14. Jahrhundert gab es ein Bebauungsverbot für die Bereiche direkt vor dem Kloster, um das Übergreifen von Dorfbränden auf die Stiftsgebäude zu verhindern.

 

Der großzügige Stiftsplatz wurde erst 1745–1747 nach Plänen des Mailänders Paul Bianchi unter Aufsicht des Bregenzer Baumeisters Johannes Rueff errichtet. Standbilder von Otto dem Großen und Heinrich II. säumen den Treppenaufgang. In der Mitte des Platzes befindet sich der barocke Liebfrauenbrunnen aus dem Jahre 1747 mit einer schönen vergoldeten Marienfigur. Der Platz wird halbkreisförmig mit Arkaden eingefasst, hier befinden sich auch die kleinen Devotionalienläden. Dahinter ragt hinter dem Platz die barocke Klosterfassade auf, mit ihren beiden 60m hohen Türmen und den dreigeschossigen Konventflügeln ein imposantes Bild.

 

 


Geistiges Zentrum des Klosters ist die Bibliothek. "Ein Kloster ohne eine Bibliothek ist wie eine Festung ohne Rüstkammer", hieß es schon im Mittelalter. Die Bibliothek des Klosters Einsiedeln wurde bereits 934 gegründet und umfasst heute etwa 230000 gedruckte Bücher, 1230 Handschriften und 1040 Bände Inkunabeln und Frühdrucke. Jährlich kommen 500 bis 800 Bücher dazu.

 

Die Bibliothek von Einsiedeln ist ein beeindruckendes Zeugnis für den traditionsreichen benediktinischen Wissenschaftsgeist. Schon im 10.Jahrhundert unterhielt das Stift eine eigene Schreibstube, später hatte man eine eigene Druckerei. Der große barocke Bibliothekssaal wurde zwischen 1738 und 1740 errichtet und ist neben der Gnadenkapelle mit der Schwarzen Madonna das Highlight jeder Besichtigung. Das barocke Kloster Einsiedeln mit der Schwarzen Madonna ist ein erstrangiges Gesamtkunstwerk des Abendlandes. Hier verbinden sich barocke Architektur, Malerei, Plastik mit der Spiritualität des uralten Mönchtums.

 


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