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Schloss Wildegg - Zeugnis Schweizer Geschichte

 


Wer den Kanton Aargau in der Schweiz besucht, der wird vielen Burgen und Schlössern begegnen. Dazu gehört auch das Schloss Wildegg, das über dem gleichnamigen Ort auf dem Auslauf eines Bergvorsprunges liegt.


Von den Habsburgern im 12. Jahrhundert ursprünglich als Wehranlage auf dem Chestenberg erbaut, erlebte die Anlage in ihrer wechselvollen Geschichte zahlreiche Umbaumaßnahmen, brannte nieder, wurde wiedererrichtet und erweitert. Das Schloss hat in der Zeit seines Bestehens viele Besitzer gehabt. Seit 1483 war es über 11 Generationen hinweg bis 1912 im Besitz der Familie Effinger. Die letzte, kinderlos gebliebene Nachfahrin der Familie gab den gesamten Besitz schließlich in die Hände der Schweizer Eidgenossenschaft, die es ihrerseits dem Schweizer Landesmuseum zur Verwaltung übergab.

 



Die Burg aus dem 12. Jahrhundert wurde in späterer Zeit zu einem barocken Wohnschloss umgebaut. Zum eigentlichen Schlossbereich gehören noch ein Landhaus und eine Villa in Landschlösschen-Stil. Außerdem beherbergt die insgesamt über 100ha große Anlage große Gärten, Parks, Wälder, Weinstöcke und Handwerksbetriebe.


Vor allem der 3300 qm große barocke Nutz- und Lustgarten, der 1997 nach alten Plänen wiederhergestellt wurde, ist einen Besuch wert und wird den Naturinteressierten in seinen Bann ziehen. Insgesamt wurden 400 traditionelle Sorten von Nutz- und Zierpflanzen, die schon vergessen schienen, wieder angepflanzt. Eine Vielfalt an Farben und Gerüchen verwöhnen die Sinne dessen, der durch die Gärten schlendert.

Wer einen Rundgang durch das Schloss macht, sollte sich ein wenig Zeit dafür nehmen. Der Weg führt über acht Etagen mit 33 Wohn- und Arbeitsräumen, die in hervorragendem Zustand erhalten werden konnten. Angefangen von der Küche über die Wohn- und Schlafzimmer der Herrschaft bis zum Zimmer des Dienstmädchens können die einzelnen Räume einen tiefen Einblick in das Leben auf Schloss Wildegg vom Mittelalter bis zum Ende des 19. Jahrhunderts geben.

 

Für Kinder ist der sogenannte Spielzauber, ein Spielzimmer für die Kinder der Burgherren, besonders spannend. Hier können sich die kleinsten Besucher Helme oder Hüte basteln, es gibt Platz für Ritterspiele mit Schwertern und Schildern. Ganz besonders interessant ist es aber, Dinge aus der Natur anhand ihrer Form oder ihres Geruchs zu erraten. Das ist eine sehr schöne Art, den Kindern die Natur auf spielerische Weise näher zu bringen.

Wer die Besichtigung des Schlosses und der Gartenanlagen hinter sich gebracht hat, den erwartet noch ein ganz besonders spektakuläres Ereignis. Es gibt für die Besucher nämlich eine Greifvogelschau auf dem Schlossgelände. Ein Ehepaar hat hier die mittelalterliche Tradition der Falknerei wiederbelebt. Es werden Flugkunststücke gezeigt, die großes Vertrauen zwischen Falkner und Vogel voraussetzen. Dabei kommen die verschiedensten Greifvögel zum Einsatz.

 

 

 

Ganz besonders spektakulär sind die Sturzflüge von Sakerfalken und das sogenannte Federspiel. Dabei kommt eine Attrappe mit Federn zum Einsatz, die an einer langen Schnur geschwungen wird. Der Vogel versucht, die Attrappe im Flug mit seinen Fängen zu greifen. Gelingt es ihm, gibt es einen Fleischbrocken zur Belohnung. Auf die Vögel wird dabei keinerlei Zwang ausgeübt, sie tun lediglich das, was sie auch in ihrer natürlichen Umgebung tun würden. Ein, vor allem für Kinder, wirklich beeindruckendes Schauspiel, das der Burgbesucher nicht versäumen sollte.

Wer für kleinere Empfänge oder Feiern einen besonderen Ort mit feudalem Flair sucht, der hat die Möglichkeit, im Schlosshof oder in der Scheune etwas vorbereiten zu lassen. Der Besucher kann aber auch in den Gasthäusern, die zum Anwesen gehören, regionale Köstlichkeiten zu sich nehmen.
Nach dem Essen laden einige schöne Wanderwege in der Umgebung der Schlossanlage zu einem ausgiebigen Spaziergang ein.

 

 

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