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Der Jakobsweg
Der Jakobsweg in der Schweiz ist beliebtes Wanderziel und bietet einmalige kulturelle und landschaftliche Erlebnisse. Ab dem Einstieg bei Rorschach oder Konstanz am Bodensee führt er durch die Ostschweiz und ab Einsiedeln durch die Zentralschweiz, weiter über Interlaken durch das Berner Oberland bis in die Westschweiz nach Lousanne oder Genf. Von hier aus geht der Weg dann nach Santiago de Compostela. Der Pilgerpfad stellt ein interessantes Angebot dar, um Sport und Freizeit in der Schweiz zu genießen.
Auch wenn alle Wege zum Grab des Heiligen Jakobus führen, so haben sich doch einige Hauptrouten als betreute Wege etabliert und der Pilgerer findet überall Unterkunft und nützliche Informationen.
Die erste Etappe führt in zwei Wegmöglichkeiten, dem Schwabenweg und dem Appenzeller Weg, nach Einsiedeln und bietet viele weitere Einstiegsstellen. Viele Pilgerer wählen den Einstieg ab Schmerikon. In der Zentralschweiz führen ebenfalls zwei Wegvarianten zum Ziel und treffen in Wahlern wieder aufeinander. Eine flachere Strecke des Luzerner Jakobsweges ist die nördliche Route über Hagenegg, Luzern, Bösegg, Krauchthal bis Rüeggisberg und der höhergelegene Obere Jakobsweg führt durch alpine Regionen und streift Emmetten, Stand, Flüeli-Ranft und bringt den Wanderer nach Brüning, Interlaken und Schwarzenberg durch das wunderschöne Berner Oberland.

Wer den Jakobsweg nicht über Frankreich und Spanien anstrebt, kann über den Oberen Jakobsweg auch eine markierte Route nach Süden auf sehr beeindruckenden Alpenquerwegen einschlagen um über das Wallis nach Italien zu gelangen. Der Walserweg führt bei der Südroute über Gries- oder Albrunpass und der Stockalperweg über Kandersteg und den Moncerapass. Eine dritte Wegmöglichkeit führt auf dem Gemmi-Antronaweg über den gleichnamigen Pass und der Pilgerweg über den Monte Moropass bietet den Weg nach Domodossola in Italien.
Ab Schwarzenberg bei Wahlern gibt es nur noch eine einheitliche Wegeführung durch die Westschweiz. Der Pilgerweg geleitet den Pilgerer über St. Antoni nach Fribourg und weiter über Romont und Moudon nach Lausanne, von wo aus es über Allaman und Céligni nach Genf geht. Auf dieser Strecke bietet Fribourg als echtes Kleinod mittelalterlicher Architektur wunderschöne Impressionen. Der Lac Leman ist mit seinen 582 km2 der größte Schweizer See, an dem die beiden Städte liegen und bietet ein traumhaftes Panorama, welches an erlebnisreichen Tagen in beiden Städten zum Ausklang der Wanderung zu genießen ist.
Die Pilgerwege in der Schweiz bieten überall Einblicke in eine imposante Geologie und verzaubern den Wanderfreund mit berückender Schönheit in einer abwechslungsreichen Alpenlandschaft und bieten ein ktraumhaftes Programm im Bereich Sport und Freizeit in der Schweiz. Kulturhistorische Erkenntnisse inbegriffen. Eine sehr gute Vernetzung mit den Pilgerwegen angrenzender europäischer Länder bietet die Möglichkeit, sich den weiteren Alpenraum zu erschließen.
Seit 1987 wurden verstärkt Initiativen begonnen, die sich der Erforschung der Jakobswege widmen. Aufgrund unterschiedlichster Motivationen machen sich immer mehr Menschen auf diese Wege, die auch unter den Namen Sternenweg und Milchstrasse bekannt geworden sind. Ein Grund dafür mag sein, dass eine Pilgerschaft auf den Jakobswegen der Metapher der menschlichen Lebenswege entspricht. Das Werden, das Sein und das Vergehen sind Prinzip der Jakobswege, die deutlich von Osten nach Westen ziehen.
Dem inneren mit einem Pilgergang angestrebten Wandel entspricht auch die Metapher des Meeres und der Jakobsmuschel. So gilt das Meer als das Urwasser und der Geburtsort des Lebens und steht für Wiedergeburt, Transformation und die Ewigkeit. Die Jakobsmuschel findet sich im Meer bei Santiago und wurde zum Pilgerzeichen. Die Muschel symbolisiert auch die Begegnung eines Pilgers mit dem Himmlischen.
Dass eine Wanderung auf den Jakobswegen in der Schweiz etwas mit dem Himmlischen zu tun hat, liegt nahe. Denn himmlisch ist nicht nur die durchwanderte Landschaft und die Befreiung durch die Bewegung selbst. In der Schweiz ist man dem Himmel auch sehr viel näher als anderswo und das macht den Reiz der Jakobswege sicher auch mit aus.
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